Thierry Thieû Niang Danses d’aujourd’hui

Sindbad in der Monnaie : Ein Plädoyer für Frieden und Freiheit

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Nach dem großen Erfolg des “Brussels Requiem” vor drei Jahren hat die Brüsseler Oper La Monnaie den Komponisten Howard Moody gebeten, ein zweites umfangreiches Werk für Kinderchor und Orchester zu schreiben.

Über 200 Kinder und Jugendliche füllen die Bühne des Brüsseler Opernhauses und singen von Frieden und Toleranz. Der Regisseur Thierry Thieu Niang hat mit ihnen ein bewegendes Spiel inszeniert. Im Orchestergraben sitzen Musiker des Opernhauses, verstärkt durch Studierende belgischer Konservatorien.

Sindbad wird gegeben – nicht die bekannte Geschichte aus Tausendundeiner Nacht, die dem Autor, Komponisten und Dirigenten Howard Moody allerdings als Ausgangspunkt diente.

Als Howard Moody das Radiointerview eines Mannes hörte, der seine verstorbenen Freunde und Familienangehörigen nach dem Chemieangriff in Halabjah im Nordwesten Bagdads beerdigt hatte, spürte er, dass Sindbad ein zeitgenössische Story ist – die einen grausamen Hintergrund hat, aber auch einen optimistischen Ausblick geben kann.

Die Vorbilder haben alle versagt, ihre Handlungen haben im Krieg geendet. Die Kinder haben die Zukunft in Händen, sie können die Fehler der Vergangenheit wiederholen oder mit Sindbads Hilfe eine Stadt, eine Welt des Friedens schaffen.

Eine große Geschichte, die die Kinder, die an diesem Projekt in La Monnaie seit September vergangenen Jahr arbeiten, nicht unberührt lässt. Einige der teilnehmenden Kinder haben ihre albanische Heimat verlassen und eine ungewisse Reise antreten müssen, die sie letztendlich nach Brüssel geführt hat.

Ein anderes Ereignis, das die Kinder sehr beschäftigt hat, sind die kriegerischen Unruhen in Syrien. Als sie im September das Projekt starteten, kam es dort zu Kämpfen und Auseinandersetzungen, die auch im Stück thematisiert werden. Durch das Stück kam es zu Gesprächen zwischen den Lehren und den Kindern über diese nur schwer besprechbaren Ereignisse, aber die Musik mit ihrer Emotionalität machte dies möglich.

Sindbad ist also nicht nur ein musikalisches Projekt, sondern ein gesellschaftliches. Kinder aus den unterschiedlichsten Milieus kommen zusammen und erarbeiten gemeinsam ein Aufführung. La Monnaie sieht es als eine wichtige Aufgabe, verschiedene Kulturen zusammen zu bringen. So nimmt eine Schule aus Ganshoren teil, deren Schüler 20 unterschiedliche Wurzeln haben, nicht Nationalitäten, denn alle Schüler sind und fühlen sich als Belgier.

Howard Moody schuf für Sindbad eine Musik, die jeden direkt anspricht, und die leicht fassbar ist. Er erzählt eine Abenteuergeschichte, die einen ernsten Hintergrund hat. Sindbad ist ein Abenteurer – anders als die Menschen, die ihre Heimat aufgrund des Krieges verlassen müssen, geht er freiwillig auf Reisen. Er lernt aber in jeder Geschichte neue Probleme und Auseinandersetzungen kennen.

Das schöne am Theater ist das Geschichtenerzählen, Geschichten, die einen wahren Hintergrund haben und die Kinder verstehen dies. Theater und Kunst sind sichere Räume in denen wir diese Konflikte darstellen und darüber nachdenken können.

Am Freitag und Samstag steht Sindbad um 19 Uhr, am Sonntagnachmittag um 15 Uhr auf dem Programm von La Monnaie.

Hans Reul - BRF - 14 février 2014


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